Aufbau einer Milchziegenherde

Bevor man den Aufbau einer Herde in Angriff nimmt, muß man unter anderem:

  • eine klare Entscheidung in den Einstieg der Ziegenmilchlieferung getroffen haben (Fachberatung in Anspruch nehmen! Bilanzierung!)
  • sollte eventuell auf anderen Betrieb schon mitbearbeitet haben (1-2 Wochen)
  • ausreichend finanzielle Rücklagen für mehrere Jahre haben, bis die Milchlieferung entsprechenden Ertrag abwirft
  • die Abnahme und Anlieferung der Milch gesichert haben
  • die ausreichenden Arbeitskräfte haben (Krankheit, Herdengröße)
  • ausreichend Fläche haben (Pacht?)
  • geklärt haben, ob man künftig die Außenwirtschaft vergibt oder selbst erledigt
  • unter Umständen noch ca. zwei, drei Jahre mehrgleisig fahren (Lieferung von Kuhmilch bis eine entsprechende Mengen Ziegenmilch vorhanden ist)
  • sich darüber im Klaren sein, was passiert, wenn die Milchanlieferung plötzlich nicht mehr möglich ist (Kündigung des Vertrages), der Preis stark nachgibt oder die Herde erkrankt ( Existenz!)

Ist die Entscheidung für die Ziegenmilchlieferung gefallen, gilt es innerhalb weniger Jahre eine entsprechende Herdengröße (150 + x) zu erreichen.

 

Von Anfang an sollen nur Tiere aus einem gesunden Bestand mit Milchleistungsprüfung erworben werden.

Der Bestand, aus dem die Tiere (Kitze) erworben werden, muß:

  • CAE. unverdächtig sein
  • frei von Brucelose und TBC sein
  • frei von Pseudotuberkulose sein
  • und auch sonst nicht von anderen Krankheiten/Seuchen befallen sein

Die Alttiere sollen eine gute Milchleistung (Milchleistungsprüfung) aufweisen. Wenn möglich sollte der Betrieb die Tiere in etwa so halten und füttern wie Sie es künftig in ihrem eigenen Betrieb möchten.

Man sollten die Tiere mit Vorteil nur aus einem Stall erwerben!
Dadurch wird die Gefahr der Einschleppung von Krankheiten veringert, und den Tieren den Streß bis die Hierarchien wieder feststgelegt sind genommen.

Je unterschiedlicher die Fütterungs- und Haltungssysteme vorher waren, je problematischer die Anpassung der Tiere an Ihre Haltung- und Fütterung. Je länger dauert es bis Ihr Bestand durchseucht ist und ein betriebsspezifisches Immunsystem aufgebaut hat. Je größer die Verluste und Leistungseinbußen.

Gute Zuchttiere aus einem gesunden Betrieb sind Basis (und Garantie) für eine gute Milchleistung und Gesundheit Ihrer Herde! Gesunde Tiere leisten mehr, bleiben länger im Einsatz, bringen wieder gute Nachzucht!


Wenn möglich, sollten Sie - so das Beispiel - 50 weibliche Kitze erwerben.

Diese 50 Kitze können Sie das Jahr darauf erstmals decken. Sie erhalten im Frühjahr darauf ca. 75 Kitze von ihren Erstlingsmüttern. Von den 75 Kitzen aus Ihren ersten eigenen Nachzucht erhalten Sie etwa 50 % weibliche Tiere (hoffentlich). Diese 35 können Sie im Jahr darauf ebenfalls decken, so daß Sie nach zwei Jahren etwa 85 laktierende Tiere haben. Von diesen erhalten Sie etwa 60 weibliche Nachzucht, so daß Ihnen nach 3 Jahren im Idealfall ca. 145 laktierende Ziegen zur Verfügung stehen (Ausfälle nicht einbezogen).

 

Erwerb 2007 50 Kitze
1. Nachzucht 2008 50 Mutterziegen und 35 Kitze
2. Nachzucht 2009 85 Mutterziegen und 60 Kitze
3. Nachzucht 2010 145 Mutterziegen und x Kitze
bei optimalem Verlauf.  

 

Diese drei bis vier Jahre ermöglichen es Ihnen auch:

  • weitere Erfahrungen zu sammeln,
  • Ihre Betriebsablaufe zu optimieren,
  • Stallungen der wachsenden Herdengröße anzupassen,
  • weitere Entscheidungen über Ihre künftige Herdengröße zu treffen,
  • und so weiter ...

Diese Zeit müssen Sie aber auch überbrücken!

Die Zeit für eine größere Herde kann nur verkürzt werden, wenn Sie im ersten oder zweiten Nachzuchtjahr nochmals weibliche Kitze zukaufen, am besten aus dem gleichen Betrieb wie die ersten Kitze!

Kaufen Sie für den Deckeinsatz nur sehr gute Böcke (Zuchtwertklasse I und II; ca. 400,00-1000,00 €),

Sie versprechen am ehesten eine Nachzucht mit besten Leistungsmerkmalen! Eine schlechte Nachzucht verursacht genauso viel Kosten, aber schadet Ihnen nur. Keine Leistungspotential, weniger Milch, weniger Geld!

Nur gutes Tiermaterial garantiert Ihre betriebliche Zukunft!

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Zeitungsartikel: Milchziegen - Eine denkbare Alternative

Einstieg_in_die_Milchziegenhaltung.pdf (2,2 MiB)