Burenziege (BU - 06)

Beschreibung

Burenziegenbock

Die Burenziege ist eine mittel- bis großrahmige, gehörnte Fleischziege. Sie hat eine breite Brust, gute Bemuskelung, mit ausgeprägter Rippenwölbung sowie guter Bekeulung. Die Hörner stehen sichelförmig; nicht zu dicht anliegend nach hinten. Selten sind genetisch hornlose Tiere! Die Grundfarbe ist weiß und kurzhaarige mit einem braunen bis hellbraunen Kopf, dessen Zeichnung bis in den Hals- und Brustbereich hereinreichen kann. Tiere mit einfarbig brauner Grundfarbe sind zugelassen. Pigmentflecke werden bei beiden Grundfarben toleriert! Die Rasse hat lange Hängeohren.

Herkunft und Verbreitung

Die Burenziege wurde um 1930 in Südafrika aus vorhandenen Ziegenschlägen herausgezüchtet. Die ersten Burenziegen kamen in den 80 er Jahren nach Deutschland. Diese Tiere trugen im Rahmen der Verdrängungskreuzung mit einheimischen Rassen zum Aufbau der Fleischziegenzucht in Deutschland bei. Später kamen weitere Blutlinien durch den Einsatz von Sperma und Embryonen aus dem Ursprungsland hinzu.

Maße und Gewichte

Maße und Gewichte bei Burenziegen
  Ziegen Böcke
Widerristhöhe (cm) 65 - 80 80 - 95
Gewicht (kg) 70 -85 90 –120

Optimal ist bei Jungziegen eine Rumpftiefe von 50 %, bei älteren Ziegen von 60 % bezogen auf die Körperhöhe.

Leistungen

Die Burenziege ist asaisonal. Dreimalige Ablammungen in zwei Jahren sind möglich bei 1,8 - 2,0 geborene Lämmer/Lammung. Drillingsgeburten kommen häufiger vor! Die frohwüchsigen Lämmer erreichen tägliche Zunahmen von 180 bis 250 g. Einzeltiere liegen auch darüber. Die Ziege zeigt ein ruhiges Temperament bei guter Muttereigenschaft. Sie eignet sich bestens für die Landschaftspflege, auch in gemeinsamer Haltung mit anderen Tierarten.

Zuchtziel

Burenziegen

Angestrebt wird eine voll bemuskelte, kräftige, breite und tiefe Ziege mit langem Rücken und guter Bekeulung. Das Becken darf nicht zu stark abfallen. Eine korrekte Beinstellung mit fester, nicht zu langer Fesselung ist wichtig für eine gute Steig- und Marschfähigkeit. Das Euter und die Striche sollten ein problemloses Saugen der Lämmer ermöglichen.

Verfolgtes Zuchtziel des Landesverbands bei Burenziegen

Am 23. Februar 2012 fand in Denkendorf eine Besprechung mit den Burenziegenzüchtern statt. Anlaß waren die 2011 festgelegten Kriterien. Diese wurden nach kontroversen Diskussionen jetzt nochmals geändert, um den Züchtern vor allem einen längeren Zeitraum zur Erreichung der gesteckten Zuchtziele einzuräumen. Die Änderungen von Denkendorf wurden in der Ausschußsitzung am 01.03.2012 beschlossen:

  1. Farbzeichnungen: das Ideal sind Tiere ohne Farbflecke hinter der Linie des Widerristes. Farbzeichnungen von einem durchschnittlichen Durchmesser von über 10 cm führen maximal zu Wertklasse 2
  2. Burenziegen sind gehörnt oder selten genetisch hornlos.
  3. Geknickte, längsgefaltene Ohren bedingen einen Zuchtausschluß
  4. Zahnstellung bei Jungböcken und Jungziegen:
    i. Ein leichtes Kratzen wird bei Wertklasse 1 noch toleriert.
    ii. Ein Überbiß bis 2 mm führt maximal zu Wertklasse 2.
    iii. Ein Überbiß zwischen 2 und 5 mm bedingt Wertklasse 3
    iV. Ein Überbiß über 5 mm bedingt Wertklasse 4
    V. Bei Alttieren wird ein Überbiß bis 5 mm toleriert.
  5. Strichstellung und –anzahl bei Ziegen und Böcken (diese Regelung soll nach einer weiteren Züchterbesprechung im Jahr 2014 für die Zeit ab 2016 beschlossen werden):
    i. Das Ideal sind zwei Striche
    ii. Drei oder vier, sauber getrennte Striche führen zu einem Abzug von einem Punkt in der Äußeren Erscheinung
    iii. Starke Verwachsungen der Striche führen zu Wertklasse 4

    Übergangsregelung für 2011 – 2015:
    Wertklasse 1: zwei Striche und ohne Abzug sauber getrennte 3/4 Striche
    Wertklasse 2: leicht verwachsene Striche

Die aktuellen Änderungen vom 23.2.2012 werden wieder im Marktkatalog und in der DSZ veröffentlicht.

Alte bis 2011 gültige Beschreibung

Burenziegenbeschreibung_bis_Ende_2011.pdf (99,9 KiB)