CAE-Sanierungsprogramm

CAE - steht für Caprine Arthritis Encephalitis, ein Virus. Er führt zu chronischen Gelenkserkrankungen, bei Jungtieren manchmal zu Encephalitiden. Weil nicht alle infizierten Tiere erkranken, ist zur Feststellung eine serologische Untersuchung notwendig.

CEA-Sanierung
Jahr Anzahl Tiere Pos. Tiere in % unters. Betriebe unverdächtige Betr.
1994-97 2187 217 9,9 42 11
2000 1006 20 2,0 42 21
2005 1605 2 0,1 76 49
2010 1166 0 0,0 58 80

Richtlinien des Landesverbandes Bayerischer Ziegenzüchter e.V. zur Sanierung von Ziegenbeständen von der Caprinen Arthritis Encephalitis (CAE)

Mit diesen Richtlinien legt der Landesverband Bayerischer Ziegenzüchter die Grundsätze zum Schutz der Ziegenbestände vor CAE sowie für die Durchführung eines freiwilligen CAE-Sanierungsprogrammes fest. Die Richtlinien wurden vom Ausschuss des Landesverbandes am
04. Februar 1999 beschlossen und ständig aktualisiert.
Das Verfahren stellt hohe Ansprüche an die Verantwortung der daran teilnehmenden Ziegenhalter. Jedes ziegenhaltende Mitglied des Landesverbandes kann an dem freiwilligen CAE-Sanierungsprogramm teilnehmen. Hierzu hat er eine Teilnahmeerklärung schriftlich abzugeben.

1    Allgemeine Bestimmungen und Definitionen
Anerkannt CAE-unverdächtige Ziegenbestände sind auf Dauer geschlossen zu halten.
Tiere aus diesen Beständen dürfen keinen direkten Kontakt (z.B. Deck- oder Ausstellungskontakt) zu Ziegen oder Schafen aus anderen Beständen haben; es sei denn, diese stammen aus anerkannt CAE-unverdächtigen oder bei Schafen aus Maedi-Visna-unverdächtigen Beständen. Bei gemeinsamer Haltung von Ziegen und Schafen im gleichen Bestand gelten für die Ziegen und Schafe dieselben von dieser Richtlinie vorgegebenen Bedingungen und Anforderungen. Tiere, die den unverdächtigen Bestand verlassen, dürfen nicht wieder zurückgenommen werden. Dies gilt nicht für Tiere, die im Rahmen von Ausstellungen und Märkten sowie zu Zuchtzwecken nur mit Tieren von anerkannt CAE-unverdächtigen Beständen zusammengekommen sind.

1.1    Anerkannt CAE-unverdächtiger Bestand
Als anerkannt CAE-unverdächtig gilt ein Bestand, in dem bei serologischen Untersuchungen aller Tiere des Bestandes dreimal im Abstand von jeweils sechs Monaten sowie einer weiteren Untersuchung im Abstand von zwölf Monaten ausschließlich negative Untersuchungsergebnisse nachgewiesen, d.h., dass zum Zeitpunkt der Blutentnahme keine Antikörper nachweisbar waren und keine verdächtigen klinischen Befunde erhoben worden sind. Anschließend sind serologische Untersuchungen mit negativem Ergebnis im Abstand von zwölf Monaten bei allen über zwölf Monate alten Tieren erforderlich. Sobald ein CAE-unverdächtiger Bestand vier jährliche Untersuchungen mit ausschließlich negativen Untersuchungsergebnissen vorliegen hat, kann auf einen zweijährigen Untersuchungsturnus umgestellt werden.
CAE-Unverdächtigkeit gilt auch für neu aufgebaute Bestände, sofern alle neu eingestellten Tiere aus nachweislich anerkannt CAE-unverdächtigen Beständen stammen. Diese Betriebe übernehmen dann das Untersuchungsintervall des Betriebes, der die Tiere abgegeben hat. Stammen Tiere in dem neu aufgebauten Bestand aus mehreren CAE-unverdächtigen
Betrieben, so ist das Untersuchungsintervall des Betriebes zu übernehmen, der die kürzesten zeitlichen Abstände hat.

Untersuchungsintervall
Zeitachse der Sanierung Turnus Befund
1. Untersuchung 0 Monate alle Tiere negativ
2. Untersuchung 6 Monate später alle Tiere negativ
3. Untersuchung 6 Monate später alle Tiere negativ
4. Untersuchung 12 Monate später alle Tiere negativ
    Bestand gilt als CAE-unverdächtig
5. Untersuchung 12 Monate später solange alle Tiere weiterhin negativ sind,
gilt der Bestand als CAE-unverdächtig, wenn nicht,
beginnt die Untersuchung von vorne 1, 2, …
6. Untersuchung 12 Monate später dgl.
7. Untersuchung 12 Monate später dgl.
8. Untersuchung 12 Monate später dgl.
9. Untersuchung 24 Monate später
(12 Monate freiwillig)
dgl.
10. Untersuchung
usw.
24 Monate später
(12 Monate freiwillig)
dgl.

1.2    CAE-verdächtiger Bestand
Als CAE-verdächtiger Bestand gilt ein Bestand, der nicht die Bestätigung des  Unverdächtigkeitsstatus entsprechend dieser Richtlinie besitzt oder der mit CAE-verdächtigen, CAE-positiven oder nicht kontrollierten Tieren Kontakt gehabt hat. Das gleiche gilt für jedes einzelne Tier.
Sobald im Bestand ein CAE-positives Tier nachgewiesen oder ein Tier aus einem nicht anerkannt CAE-unverdächtigen Bestand -auch nur kurzzeitig- verbracht worden ist, muss der gesamte Bestand als CAE-verdächtig betrachtet werden.