Verabschiedung von Frau Dietlind von Sommerfeld - 2010

D. von Sommerfeld

Zum Jahresende wird Frau Dietlind von Sommerfeld nach rund vierzig Jahren engagierter Arbeit für die Ziegenzucht die Tätigkeit in der Geschäftsstelle des Landesverbandes Bayerischer Ziegenzüchter beenden. Frau von Sommerfeld trat 1961 in den bayerischen staatlichen Beratungsdienst als Fachberaterin für Geflügelproduktion im Regierungsbezirk Oberbayern ein. Zehn Jahre später wurde sie zusätzlich mit der Betreuung und Beratung der Ziegenzuchtbetriebe in Oberbayern mit Dienstsitz in München beauftragt. Sie entwickelte sich rasch zur Expertin und gefragten Ansprechpartnerin in Fragen der Ziegenhaltung. Seit ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Beratungsdienst im Jahr 1994 ist sie überaus engagiert in allen Angelegenheiten der Ziegenzucht und -haltung im Landesverband Bayerischer Ziegenzüchter tätig - von 1995 bis zur Neuwahl 2010 auch als stellvertretende Vorsitzende.

Mit dem Ausscheiden von Frau von Sommerfeld geht eine Ära zu Ende, in der sich in der bayerischen Ziegenzucht und -haltung und auch im Verband sehr viel getan hat:

  • Von überwiegend in Kleinbeständen gehaltenen 10.000 Ziegen im Jahr 1970 entwickelt sich der bayerische Bestand auf geschätzte 40.000 Ziegen im Jahr 2010.
  • Es entstehen direktvermarktende Betriebe mit Hofkäsereien und größere Betriebe mit Milchlieferung an Molkereien (2009 werde mehr als 11 Millionen Liter an bayerische Molkereien angeliefert).
  • Neue Ziegenrassen - unter anderem die Fleischziegen - werden eingeführt.
  • Der Einsatz der Ziegen in der Landschaftspflege gewinnt an Bedeutung.
  • Ab 1999 wird die Zuchtbuchführung von den Regionalverbänden im Landesverband zusammengeführt und auf EDV umgestellt.
  • Die Sanierung der CAE wird in Angriff genommen

Frau von Sommerfeld hat all diese Entwicklungen fördernd begleitet. Sie ist auf dem Sektor Ziegen ein Allroundgenie, ob es nun um

  • Produktionstechnik und Stallbau,
  • Haltungs-, Züchtungs- und Gesundheitsfragen,
  • Preisrichtertätigkeit bei Schauen und Prämierungen,
  • den speziellen Einsatz von Ziegen in der Landschaftspflege,
  • der praktikablen Umsetzung der umfangreichen gesetzlichen Vorgaben in der Direktvermarktung,

oder andere Bereiche ging, die Betriebe wurden telefonisch oder vor Ort beraten. Im Verband wurden viele Entwicklungen angestoßen und Beschlüsse der Verbandsgremien und der Zuchtleitung abgearbeitet. Überstunden oder Wochenenden spielten keine Rolle. Besondere Erwähnung verdienen die zahlreichen Einsätze beim Zentrallandwirtschaftsfest, ob nun im Tierzelt, am Beratungsstand oder im Großen Ring.
Der Landesverband Bayerischer Ziegenzüchter hat schon 1995 mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft die Verdienste von Frau von Sommerfeld gewürdigt. 2004 - anläßlich des 75. Geburtstages - hat der Bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Frau von Sommerfeld mit dem Ehrentellers des Ministeriums ausgezeichnet.
Das Fachreferat im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten dankt heute im Namen aller mit der Ziegenhaltung betrauten Behörden und Organisationen, den Kolleginnen und Kollegen an den Ämtern, den Ziegenzüchtern und Ziegenhaltern aus Bayern für dieses enorme Engagement in der Ziegenzucht und - haltung.

Sehr geehrte Frau von Sommerfeld, für Ihr persönliches Wohlergehen wünschen wir Ihnen alles Gute, viel Glück und vor allem weiterhin Gesundheit.

Hans Klein Ministerialrat
Leiter des Referates Schaf- und Kleintierzucht und -haltung
Im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten