Geschichte des Landesverbands Bayerischer Ziegenzüchter e.V.

verfaßt 1984 von Dietlind von Sommerfeld, ergänzt 2010 durch Dr. Christian Mendel

Bild Schweizer mit Pfeife un Ziegen
Bild von Franz Braun

Im Jahr 1934 wurde auf Veranlassung der damaligen Reichsfachgruppe deutscher Ziegenzüchter die Landesfachgruppe Ziegenzüchter Bayern in Bayreuth gegründet. Die Geschäftsstelle siedelte 1937 mit dem Vorsitzenden Dr. Max Miller nach München um. Vorher waren die bestehenden Kreisziegenzuchtverbände von Oberbayern, Schwaben, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken, Oberpfalz und Niederbayern unmittelbar dem seit 1909 existierenden Reichsverband Deutscher Ziegenzüchter angeschlossen. 1934 wurden diese Kreisverbände in der Landesfachgruppe Ziegenzüchter Bayern zusammengefaßt, deren Rechtsnachfolger 1945 der Landesverband Bayerischer Ziegenzüchter wurde.


Aufgabe des Landesverbands war es, die Zuchtarbeit zu koordinieren, die Leistungsprüfung zu fördern und den Zuchttierabsatz über Märkte und Export zu steigern. In den zwanziger Jahren haben die Kreisverbände von sich aus neben der Herdbuchführung auch die Milchleistungsprüfung eingeführt. Als Zuchtmaterial wurden aus den vorhandenen vielen Landschlägen und deren Kreuzungen möglichst gleich aussehende braune Ziegen mit ebensolchen Böcken gepaart, um als Zuchtziel reinrassige, rehfarbige Ziegen zu bekommen. Neben der braunen Ziege war damals auch die weiße Ziege stark verbreitet.


In den Tierzuchtgesetzen von 1930 und 1935 wurden bereits die Körung und Haltung von Ziergenböcken geregelt, ab 1936 schon Mindestanforderungen an die Milchleistung ihrer weiblicher Vorfahren gestellt.


Bockmärkte wurden nach dem Krieg in jedem Regierungsbezirk abgehalten, z. B. 1947 12 Märkte mit 839 Böcken. In den Folgejahren war die Zahl der Märkte rückläufig: 1957 9 Märkte, 1961 6 Märkte, 1963 4 Märkte. Aufgrund der geringen Tierzahlen und der damit verbundenen hohen Kosten wurden dann alle Märkte bis auf einen jährlich in Bayreuth aufgegeben. Ab Mitte der 80-er Jahre stieg die Bedeutung der Ziegenhaltung und es wurden wieder zwei oder drei Märkte abgehalten an folgenden Orten: Bayreuth 1958-1986, Bamberg 1987-2002, Würzburg 1981-1986, Ingolstadt 1986-2004 und 2010, Ansbach 1985-1992,1994-1996 und 2005-2009, Dettelbach 2003-2004. Ab 2009 konzentrierte sich das Angebot auf einen Markt abwechselnd in Ansbach und Ingolstadt/Zuchering, um ein interessantes Angebot und ein Gegengewicht zum großen Ziegenmarkt der nord- und ostdeutschen Verbände in Butzbach zu haben.


In ganz Bayern wurde die Bunte Deutsche Edelziege als Ziegenrasse anerkannt. Nur im Gebiet Aschaffenburg wurde die Weiße Deutsche Edelziege anerkannt und gefördert. 1937 wurden für Bayern zwei Herdbuchstellen eingerichtet, für Nordbayern in Nürnberg und für Südbayern in München, wo auch der Landesverband und der Kreisverband Oberbayern ihren Sitz hatten.


Die zentrale Herdbuchführung wurde 1945 wegen erschwerter Transportbedingungen und fehlender Unterkünfte aufgegeben. Jeder Kreisverband bekam für seinen Bereich die selbständige Herdbuchführung übertragen. Seit 1931 stehen alle im Herdbuch eingetragenen Ziegen unter Milchleistungskontrolle. Um die Milchleistungsprüfung bei Ziegen zu fördern, wurden nach 1933 die bei den Rindern tätigen Kontrollassistenten bzw. Probenehmer auch mit der Milchleistungsprüfung bei Ziegen beauftragt. Dies führte zu einem starken Anstieg der unter Kontrolle stehenden Ziegen.