Verband  Niederbayerischer Ziegenzüchter und -halter e.V.

Geschichte des Verbands Niederbayerischer Ziegenzüchter

Obwohl flächenmäßig ein sehr großer Bezirk in Bayern und zudem mit den unterschiedlichsten landwirtschaftlichen Voraussetzungen ausgestattet, befand sich die organisierte Ziegenzucht und -haltung in Niederbayern seit Anfang 2000 auf einem stark absteigenden Ast. Anfang 2004 wurde schließlich der Bezirksverband Niederbayern-Oberpfalz offiziell aufgelöst. Bei der Auflösungsversammlung in Neumarkt waren bezeichnenderweise gerade einmal acht Personen anwesend.
Die nun entstehende Vakanz war vor allem für die wenigen, doch engagierten Züchter sehr ernüchternd. Mit Hilfe der damals noch im Amt befindlichen Fachberater Michael Fremuth und Alexander Schwinghammer fand sich schon im Juli desselben Jahres eine kleine Schar Ziegenfreunde im Hotel Burgwirt in Deggendorf zusammen. Einhelliges Ziel war es, einen neuen Verband aus der Taufe zu heben. Bei diesem Vorhaben wurden die Initiatoren von der Geschäftsstelle in München und auch der Zuchtleitung bestens unterstützt, so dass am 29.Oktober 2004 die Gründungsversammlung stattfinden konnte.
Auszüge aus dem damaligen Protokoll (verfasst von der gewählten Schriftführerin Katja Krieger):

„ ... Die Gründung eine Ziegenzuchtverbandes auf Bezirksebene wurde deshalb notwendig, weil der Ziegenzuchtverband Niederbayern/Oberpfalz im Frühjahr diesen Jahres aufgelöst wurde Ein Zusammenschluss ist für die Zukunft von großer Bedeutung, weil die Veränderungen in der Landwirtschaft und hiermit auch für die Ziegenhaltung und –zucht groß sein werden. Daher ist eine schnelle und ausführliche Information auch für diese Tierhalter sehr wichtig. Da aber die staatliche Beratung sehr stark ausgedünnt werden soll, ist als Informationsvermittler ein aktiver Verband wichtig. Der Verband kann seine Mitglieder durch Rundbriefe, Versammlungen, Informationsveranstaltungen, Lehrgängen und Ausstellungen informieren ... "

Aus damals 17 Neumitgliedern wurden Andrea Kaufmann zur Vorsitzenden, Jürgen Klein zum stellvertretenden Vorsitzenden und Christian Rogge zum Kassier gewählt. Schriftführerin wurde Katja Krieger und als Beisitzer wurden Daniel Schötz, Helga Oehlert und Josef Gratzl gewählt.

Im Jahr 2010 präsentiert sich der Verband mit derzeit (Stand Oktober) 47 Mitgliedern, wobei es sich überwiegend um Hobby Halter handelt. Einige kleinere, doch recht erfolgreiche Zuchtbetriebe konnten sich etablieren. Speziell die Thüringer Wald Ziege fand dank der züchterischen Aktivitäten der Betriebe Kaufmann, Krieger, Obergroßberger und auch Pohmer (jetzt Oberpfalz) eine Heimat in Niederbayern. Auch die Zucht der Burenziege wird von einigen Züchtern intensiv und erfolgreich gepflegt. Beispielsweise Daniel Schötz, Martin Lindmeier oder in jüngerer Zeit Heinrich Geillinger können immer wieder Spitzentiere aufweisen. Ganz auf die Vermarktung von Ziegenkäse höchster Qualität setzt der Mitgliedsbetrieb Christian Rogge, der zudem immer wieder hervorragende Zuchttiere der Rasse Anglo-Nubier und Saanen-Ziegen in ganz Europa vermarktet. Mit Hilfe der Offizialberatung, die nach der Pensionierung von Herrn Fremuth auf den Schultern des Herrn Schwinghammer ruhte, konnten zahlreiche Aktivitäten durchgeführt werden: Käsereikurs in Triesdorf, jährlich stattfindende Lehrfahrten (z.B. nach Oberfranken, Tirol, Thüringen, Oberösterreich, Schweiz, Allgäu), Ziegenausstellung in Bad Füssing, Teilnahme an Schrannenmarkt Straubing, Vorträge zu Stallbau, Krankheiten, Homöopathie und einiges mehr, Züchterfrühschoppen mit Betriebsbesichtigungen, Durchführung eines Informationsseminars zum Thema Ziegenhaltung, Herausgabe eines Rezeptheftes und einiges mehr.
Krönung des noch jungen Verbandes war die Durchführung einer großartigen Landesschau anlässlich des Gäubodenvolksfestes in Straubing im August 2009, die überregional großes Interesse fand und sicher eine Werbung für die Ziegenzucht war. Leider konnten wir bei dieser schönen Veranstaltung unsere geschätzte Geschäftsführerin des Landesverbandes Frau Dietlind v.Sommerfeld aufgrund ihrer Erkrankung nicht begrüßen. Gerne erinnern wir uns an ihren Besuch anlässlich einer der ersten Versammlungen unseres Verbandes in Deggendorf zurück.

Auch wenn die Zeiten in der Landwirtschaft gerade für „Exoten" nicht einfacher werden, muss man gerade hier vielleicht eine Chance sehen. Der Verband Niederbayerischer Ziegenzüchter und -halter, seit den Neuwahlen im Herbst 2009 weiter unter der Leitung von Andrea Kaufmann, an deren Seite nun Konrad Kellner als stellvertretender Vorsitzender steht, sieht noch viel Arbeit im Sinne der Ziegenhaltung auf sich zu kommen. Eine kleine, aber dafür engagierte Mitgliederschaft steht für diese Zukunftsaufgaben - natürlich weiterhin in enger Zusammenarbeit mit dem Landesverband und der Offizialberatung - bereit. Frau von Sommerfeld ist gerade in Hinblick auf die Zukunft für uns ein großes Vorbild, hat sie sich doch viele Jahre selbstlos der Ziegenzucht gewidmet und dem bayerischen Landesverband ein Gesicht gegeben. Ohne ihre Erfahrung, ihre Fachkenntnisse, ihre scheinbar nicht zu erschütternde Ruhe und Ausgeglichenheit und ihre kollegiale Art wäre die Ziegenzucht in Bayern um ein Vielfaches ärmer gewesen. Wir wünschen Frau von Sommerfeld für den wirklich mehr als verdienten Ruhestand alles erdenklich Gute und vor allem Gesundheit.