Ziegenzuchtverband für Oberfranken e.V.

Geschichte des Verband oberfränkischer Ziegenzüchter

Preisträger der Jubiläumsschau Oberfranken 2010
Preisträger der Jubil. Oberfranken 2010

Der Ziegenzuchtverband Oberfranken wurde 1910 gegründet.

Das Ziel war und ist, die Ziegenzucht im Regierungsbezirk zu fördern.

Dazu wurden damals folgende Maßnahmen definiert:

- Verbesserung der Fütterungs-, Haltungs- und Pflegebedingungen
- Bockbeschaffung und Zuchttierselektion
- Vermittlung von Zuchtböcken
- Veranstaltungen von Ziegenschauen
- Vertretung der Belange der Ziegenhalter auch nach außen, vor allem bei Behörden und Institutionen

Der Verband hatte 1930 5.411 Mitglieder; 2010 sind es 71.
1924 waren 101.957 Ziegen registriert; 2009 waren es 1.359.
Von 1910 bis 2010 waren 10 Vorsitzende und 6 Zuchtleiter in der Verantwortung.

Der Maßnahmenkatalog ist inzwischen aktualisiert und erweitert um:

- Die Pflege der ursprünglichen “Rehbraune Frankenziege“ im alten Schlag, mit dunklem Aalstrich und dunklem Bauch ( BDE ),
- Betreuung der Züchter und Halter aller Rassen im Verbandsgebiet,
- Beratung und Auswahl der Zuchtböcke,
- Ankaufsbeihilfe für gekörte Zuchtböcke,
- Fachtagungen, Lehrfahrten, Unterstützung beim Ankauf gekörter Böcke
- Betreuung neuer Mitglieder in der Ziegenhaltung,
- Beschickung des Bayerischen Ziegenzuchtmarktes mit sehr guten Tieren.

Die Ziegenzucht vor 1910

In dieser Zeit wurde die Ziegenzucht nur auf örtlicher Vereinsbasis betrieben. Es herrschte ein ziemlicher ..Rassen-wirrwarr.

In 24 Vereinen wurden die „Rehbraune Frankenwaldziege" (Teuschnitzer Ziege), in 12 Vereinen die „Saanenziege“ in 2 Vereinen die „Rhönziege" und in 1 Verein die „Schwarzwaldziege* gezüchtet. Darüber hinaus wurden in den meisten Vereinen Böcke verschiedener Rassen gehalten: die Kreuzungszucht war weit verbreitet.

Man versuchte auch immer wieder, den Qualitätsstandard der einheimischen Zucht durch den Import vermeintlich besserer Tiere anzuheben. Die Tiere konnten sich den rauhen oberfränkischen Verhältnissen oft schlecht anpassen. Unfruchtbarkeit und Krankheit ließen diese Verbesserungsversuche daher meist scheitern. Es setzte sich allmählich die Einsicht durch, daß bei den oberfränkischen Voraussetzungen die robuste braune Ziege mit der Bezeichnung „Rehbraune Frankenwaldziege“ in der Zucht die besten Erfolge brachte. Diese Tiere waren trotz der rauhen oberfränkischen Verhältnisse in der Lage, gute Milchleistungen zu erbringen und sich gleichzeitig durch gute Fruchtbarkeit auszuzeichnen. Der Wert und die Bedeutung der Ziegenhaltung stiegen kurz nach der Jahrhundertwende stetig.

Tierzuchtinspektor Miller berichtet aus jener Zeit: „Bei dem vorherrschenden Kleinbesitz und den vielen Arbeitern in Oberfranken, besitzt die Ziegenzucht die größte Bedeu

tung. Die Zahl der gehaltenen Ziegen im Regierungsbezirk hat sich in 100 Jahren verfünffacht. Sie betrug im Jahr 1810 11.408 Ziegen und stieg bis 1907 auf 57.813 Ziegen“.

Den Wert des oberfränkischen Ziegenbestandes schätzte Miller damals schon auf über 1 Million Mark; den Wert des Ertrages aus der Ziegenzucht durch Ziegenmilch und -fleisch auf über 3 Millionen Mark.